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Neue Ernteameisenart Messor odrysarum in Bulgarien entdeckt

Mann schreibt in Notizbuch neben Steinhöhle in Berglandschaft bei Sonnenlicht, mit Kameralinse am Boden.
In diesem Artikel
  1. Ein Name mit historischem Bezug
  2. Messor odrysarum in den Ostrhodopen
  3. Wodurch sich Messor oertzeni unterscheidet
  4. Bestätigung der Art
  5. Ein weiterer Zweig der Biodiversität
  6. Hinweise zur Evolution von Ameisen

Forschende haben in Südosteuropa eine bislang unbekannte Ernteameisenart entdeckt und damit das Wissen über die Biodiversität der Region erweitert.

Ernteameisen sammeln nicht bloss Samen: Das Einsammeln, Lagern und Verbreiten der Samen kann die Verteilung von Pflanzen beeinflussen.

Auch ihre Gangsysteme tragen zur Durchlüftung des Bodens bei. Der Fund macht deutlich, dass selbst intensiv erforschte Gebiete noch unentdeckte Arten beherbergen können.

Ein Name mit historischem Bezug

Mit der neuen Ameise steigt die Zahl der in Bulgarien anerkannten Messor-Arten auf neun.

Albena Lapeva-Gjonova von der Universität Sofia in Bulgarien und Lech Borowiec von der Universität Wrocław in Polen stellten fest, dass sie sich von allen bisher bekannten Arten unterscheidet.

Sie nannten die Art odrysarum nach dem antiken thrakischen Staat Odrysien, der zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. gegründet wurde. Zu dessen historischen Grenzen zählte auch das Gebiet, in dem die neue Art entdeckt wurde.

Messor odrysarum in den Ostrhodopen

Messor odrysarum ist eine Tieflandart, die in den bulgarischen Ostrhodopen bis in Höhen von etwa 647 m vorkommt.

Die Forschenden fanden ihre Nester an unbefestigten Wegen, die durch Eichenwälder und offenes Grasland führen.

Die Nesteingänge liegen ebenerdig; im Spätsommer wurden in ihrer Nähe Samenreste festgestellt.

Diese verstreuten Samenreste entsprechen den erwarteten Ernährungsgewohnheiten von Ernteameisen, für die gesammelte und gelagerte Samen eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.

„Messor odrysarum ist derzeit nur aus den Ostrhodopen Bulgariens bekannt und kommt möglicherweise auch in der thrakischen Region Griechenlands und der Türkei vor“, erklären die Forschenden.

Wodurch sich Messor oertzeni unterscheidet

Auf den ersten Blick ähnelt diese Ameise stark einer ihrer nächsten Verwandten, Messor oertzeni. Die Unterschiede aufzudecken, erforderte jedoch sorgfältige Untersuchungen.

Das Team bestätigte die Art durch die Verbindung klassischer Untersuchungen körperlicher Merkmale mit COI-DNA-Barcoding.

Bei dieser Methode werden kurze Abschnitte des Erbguts verglichen, um nahe verwandte Arten voneinander abzugrenzen.

Die neue Ameise gehört zur Artengruppe Messor structor, weist jedoch mehrere klar unterscheidbare Eigenschaften auf.

Im Vergleich zu ihren nahen Verwandten ist ihr Körper kleiner, und die rötliche Färbung beschränkt sich auf den unteren Wangenbereich des Kopfes.

Hinter den Augen verjüngt sich ihr Kopf. Zudem besitzt sie eine dichtere Behaarung am Kopf und am mittleren Körperabschnitt sowie einen längeren Fühlerschaft.

Bestätigung der Art

Die Forschenden stützten sich nicht nur auf ein einzelnes ungewöhnlich aussehendes Tier. Sie untersuchten 35 Arbeiterinnen, drei Königinnen und drei Männchen, die an vier Standorten in den bulgarischen Ostrhodopen gesammelt worden waren.

Mithilfe leistungsstarker Mikroskope erfassten sie zehn Körpermerkmale, darunter Kopfbreite, Augenlänge, Beinlänge und die Grösse der Taillensegmente.

Die Untersuchung aller drei erwachsenen Kasten verschaffte dem Team ein umfassenderes Bild davon, wie stark die Art innerhalb einer Kolonie variiert. DNA-Analysen bestätigten die morphologischen Befunde.

Ein COI-Barcode – eine genetische Sequenz, die häufig zur Bestimmung von Tierarten eingesetzt wird – zeigte, dass Messor odrysarum am engsten mit Messor oertzeni verwandt ist. Dennoch betrug die genetische Distanz zwischen beiden 5.72%.

Zusammen mit den Unterschieden bei Körpergrösse, Färbung, Kopfform, Haardichte und Fühlerlänge belegte dies, dass es sich eindeutig um eine eigenständige Art handelt.

Ein weiterer Zweig der Biodiversität

Die Entdeckung einer neuen Art bedeutet mehr, als einer wissenschaftlichen Liste einen weiteren Namen hinzuzufügen. Die Gattung Messor umfasst viele Arten, die einander auffallend ähnlich sehen und daher schwer zu bestimmen sind.

Indem Forschende diese verborgenen Unterschiede erkennen, verstehen sie besser, wie sich Arten entwickelt haben und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

Die formale Beschreibung von Messor odrysarum trägt ausserdem dazu bei, langjährige Fragen innerhalb dieser komplexen Gruppe zu klären.

Hinweise zur Evolution von Ameisen

Forschende haben festgestellt, dass einige Messor-Ameisen ungewöhnliche Fortpflanzungsstrategien zeigen.

Dazu können Hybridisierung und Xenoparie gehören, eine besondere Fortpflanzungsstrategie mit Nachkommen aus genetisch unterschiedlichen Abstammungslinien.

Die Studie erweitert auch das Wissen über Messor oertzeni: Anhand neu gesammelter Exemplare liefert sie eine seltene moderne Neubeschreibung ihrer Königin, die als Gyne-Kaste bezeichnet wird.

Zusammen ergeben diese Erkenntnisse ein klareres Bild einer Ameisengruppe, die trotz jahrzehntelanger Forschung weiterhin viele unbeantwortete Fragen aufwirft.

Die vollständige Studie erschien in der Fachzeitschrift ZooKeys.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist diplomierte Office-Managerin und seit über zwölf Jahren im Assistenz- und Sekretariatswesen tätig. Sie spezialisiert sich auf moderne Büroorganisation, professionelle Kommunikation, Terminmanagement und digitale Arbeitsabläufe. Ihr besonderes Interesse gilt der Weiterentwicklung des Sekretariatsberufs und effizienten Lösungen für den Arbeitsalltag.

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