Hart, hart, die Hitzewelle …
Jetzt ist die Zeit, Ventilator und Klimaanlage wieder hervorzuholen. Denn die Hitzewelle erfasst erneut ganz Frankreich. Für Donnerstag, den 13. August 2026, sagt Météo-France besonders hohe Temperaturen voraus, die in manchen französischen Regionen sogar 41 °C erreichen können. Während für 80 Départements die orange Hitzewarnstufe gilt, geht der Alltag weiter – und gearbeitet werden muss ebenfalls. Unabhängig vom Beruf erschweren derart hohe Temperaturen die Arbeit erheblich. Besonders betroffen sind Tätigkeiten im Freien und/oder körperlich anstrengende Berufe.
Angesichts dieser weiteren Hitzewelle ruft Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou dazu auf, sich an europäischen Nachbarländern zu orientieren – insbesondere an Spanien. Ein Überblick über die Massnahmen in Spanien, Italien, Griechenland und Deutschland, wenn die Temperaturen stark ansteigen.
Europa: Wie lässt sich während einer Hitzewelle arbeiten?
Spanien: Anpassungen der Arbeitszeiten bei Hitzewarnungen
Spanien wird bei extremer Hitze häufig als Vorbild genannt. Bereits seit den 1990er-Jahren setzt die spanische Gesetzgebung einen Rahmen für die Arbeit bei hohen Temperaturen. In geschlossenen Räumen darf es bei sitzender Tätigkeit demnach nicht wärmer als 27 °C sein – zumindest auf dem Papier. In der Praxis wird diese Vorgabe jedoch nicht immer eingehalten, vor allem in Schulen.
Seit drei Jahren können spanische Beschäftigte bei orangefarbenen und roten Warnmeldungen der nationalen Wetterbehörde geänderte Arbeitszeiten erhalten. So können insbesondere Beschäftigte im Bauwesen ihre Arbeitszeit vorverlegen, um spätestens um 15:00 Uhr Feierabend zu machen. Bei ungünstigen Wetterereignissen können ihnen ausserdem bis zu 4 Tage Urlaub gewährt werden. Dennoch ist dieses Verfahren nur schwer umzusetzen.
Italien und Griechenland: Risikostufen und Arbeitsunterbrechungen
In Italien hilft die Plattform Worklimate Arbeitgebern dabei, das thermische Risiko für ihre Beschäftigten einzuschätzen. Täglich werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt; zusätzlich kann die Arbeitsintensität angegeben werden. Es gibt vier Risikostufen – Grün, Gelb, Orange und Rot –, für die jeweils bestimmte Massnahmen vorgeschrieben sind.
In der Lombardei ist die Arbeit während der heissesten Stunden im Bauwesen, beim Steinbruchabbau und in der Landwirtschaft verboten, wenn der Risikoindex hoch ist. Unsere Kolleginnen und Kollegen von Le Monde weisen jedoch darauf hin, dass dieser nationale Rahmen zum Schutz der Beschäftigten weiterhin recht unklar bleibt und kaum angewendet wird. Beschäftigte im Freien können bei Temperaturen über 35 °C gegebenenfalls Kurzarbeit in Anspruch nehmen.
Und wie sieht es in Griechenland aus? Dort schreiben die Kollektivvereinbarungen für den Bau- und Industriesektor eine Arbeitsunterbrechung ohne Lohneinbussen vor, sobald die Temperaturen im Schatten über 38 °C steigen. Für Beschäftigte im Bauwesen und in der Schiffreparatur wird die Arbeit bei 36 bis 37 °C von 14:00 bis 18:00 Uhr unterbrochen; ab 38 °C gilt dies von 13:00 bis 19:00 Uhr.
Der Wetterdienst arbeitet mit einer Landkarte, deren Farben sich nach den Werten des WBGT-Index richten. Jede Farbe ist mit eigenen Vorgaben verbunden, etwa alle 15 oder 30 Minuten Wasser zu trinken, die Arbeit in direkter Sonne vollständig einzustellen oder schwere Arbeiten zu reduzieren.
Deutschland: Prävention ab 26 °C in Arbeitsräumen
Deutschland betrachtet 35 °C in Innenräumen als gefährliche Temperatur und veranlasst Unternehmen damit zu vorbeugenden Massnahmen. Dafür bestehen drei Schwellenwerte. Eine Verpflichtung, die Arbeit der Beschäftigten einzustellen, gibt es allerdings nicht.
Bei 26 bis 30 °C in den Räumen muss der Arbeitgeber Jalousien oder Vorhänge geschlossen halten, Ventilatoren einsetzen, elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben, den Beschäftigten Getränke anbieten oder ihre Arbeitszeiten gegebenenfalls anpassen. Oberhalb von 35 °C müssen zwingend besondere Massnahmen umgesetzt werden; andernfalls gilt der Raum nicht als für die Arbeit geeignet. Dazu zählen technische Lösungen wie Luftduschen oder Wasservorhänge, organisatorische Massnahmen wie Phasen zur Abkühlung der Luft sowie die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung, beispielsweise Hitzeschutzkleidung.






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