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Haustiere und Gesundheit in der Schweiz: Studie zeigt kaum Vorteile

Frau arbeitet am Tisch mit Hund auf dem Schoß und Katze neben ihr, Blick aus Fenster auf grüne Landschaft.
In diesem Artikel
  1. Welche Menschen eher Haustiere besassen
  2. Haustierbesitz brachte kaum gesundheitliche Vorteile
  3. Emotionale Unterstützung durch Haustiere war nicht gesünder
  4. Engere Bindungen zu Hunden
  5. Andere Tiere, andere Muster
  6. Ursache und Wirkung bleiben offen
  7. Was wichtiger ist als Haustierbesitz

Viele Menschen sind überzeugt, dass ein Hund oder eine Katze ihrer Gesundheit guttut. Eine umfassende Schweizer Befragung liefert jedoch kaum Hinweise darauf, dass der Besitz eines Haustiers tatsächlich einen spürbaren Unterschied macht.

Rahel Marti leitete die Studie an der Universität Basel in der Schweiz. Das Forschungsteam wertete Angaben von 2.328 Erwachsenen zu ihren Haustieren, ihrer Gesundheit und ihrem Alltag aus.

Die Gruppe arbeitete dabei mit Forschenden des Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) nahe Basel zusammen.

Welche Menschen eher Haustiere besassen

Schon zu Beginn unterschieden sich Haustierhalterinnen und Haustierhalter etwas von Personen ohne Tier. Im Durchschnitt waren sie rund vier Jahre jünger und häufiger weiblich.

Zudem lebten sie eher ländlich und in grösseren Haushalten. Ein Hochschulabschluss war unter ihnen seltener, ebenso waren weniger von ihnen pensioniert.

Diese Unterschiede sind für die Einordnung der Ergebnisse relevant. Um einen ausgewogeneren Vergleich zu ermöglichen, berücksichtigte das Team Alter, Geschlecht, Einkommen und weitere Faktoren.

Auch nach diesen Anpassungen blieb der geringe Unterschied beim Gesundheitszustand bestehen. Das ist einer der Gründe, weshalb die Forschenden vermuten, dass nicht das Haustier selbst die Ursache ist.

Haustierbesitz brachte kaum gesundheitliche Vorteile

Menschen mit Haustieren waren nicht gesünder als jene ohne Haustier. Wenn überhaupt, schätzten sie ihre Gesundheit geringfügig schlechter ein.

Sie rauchten zudem etwas mehr: durchschnittlich 0,19 Zigaretten täglich mehr als Nicht-Haustierbesitzer. Auf ein Jahr gerechnet sind das ungefähr 70 Zigaretten, auch wenn das Team den Unterschied als klein einstuft.

Bei den Bereichen, in denen sich viele einen Nutzen durch ein Haustier erwarten, zeigte sich kein Unterschied. Haustierbesitzer und Nichtbesitzer erzielten gleiche Werte bei Einsamkeit, Lebenszufriedenheit, psychischem Wohlbefinden und alltäglicher Unterstützung durch andere Menschen.

Auch bei Arztbesuchen gab es keine Abweichung. Personen, die ausserhalb ihres Zuhauses Zeit mit Tieren verbrachten, ohne selbst eines zu besitzen, zeigten ebenfalls keinerlei Gesundheitsunterschied.

Emotionale Unterstützung durch Haustiere war nicht gesünder

Entscheidender als der Besitz selbst war die Bindung zum Tier. Allerdings nicht immer in der erwarteten Richtung.

Menschen, die sich von ihrem Tier stärker emotional unterstützt fühlten, berichteten über mehr Einsamkeit statt über weniger. Ausserdem gaben sie ein leicht niedrigeres psychisches Wohlbefinden an.

Das widerspricht der verbreiteten Vorstellung, dass Haustiere vor allem Trost spenden. Eine mögliche Erklärung lautet, dass Menschen, die besonders stark auf die Unterstützung eines Tiers angewiesen sind, sich möglicherweise bereits belastet fühlen.

Die mit einem Tier verbrachte Zeit zeigte ein gemischtes Bild. Mehr Stunden standen sowohl mit einem höheren psychischen Wohlbefinden als auch mit etwas mehr Rauchen in Zusammenhang.

Engere Bindungen zu Hunden

Das deutlichste Muster zeigte sich bei den Beziehungen der Menschen zu ihren Tieren.

Frauen gaben häufiger als Männer an, stärker an ihr Tier gebunden zu sein und von ihm mehr emotionale Unterstützung zu erhalten.

Hunde lagen in diesem Bereich vor allen anderen Tierarten. Personen, die mit einem Hund zusammenlebten oder regelmässig Zeit mit einem verbrachten, berichteten von den engsten Bindungen.

Je mehr Zeit Menschen mit ihrem Tier verbrachten, desto stärker war die Bindung. Mit dem Tier zusammenzuwohnen, statt es nur zu besuchen, erhöhte ebenfalls das Gefühl von Nähe und Unterstützung.

Menschen, die nie verheiratet gewesen waren, berichteten ebenfalls über eine stärkere Bindung. In grösseren Haushalten sowie bei pensionierten Personen fiel diese Bindung tendenziell schwächer aus.

Andere Tiere, andere Muster

Bei weniger interaktiven Tieren fielen die Ergebnisse anders aus. Regelmässiger Kontakt mit Fischen, Reptilien oder Insekten war mit einem niedrigeren psychischen Wohlbefinden verbunden.

Der Kontakt mit Nutztieren oder Pferden ging mit einer schwächeren Bindung einher. Diese Tiere bieten möglicherweise nicht dieselbe alltägliche Nähe wie ein Hund oder eine Katze.

Ein Ergebnis passte nicht zu den übrigen Befunden. Häufigerer Kontakt mit Tieren einer Gruppe namens „andere“ stand mit einer höheren Lebenszufriedenheit in Zusammenhang, wobei das Team diesen Befund vorsichtig bewertet.

Die Autorinnen und Autoren interpretierten diese Unterschiede zurückhaltend. Tiere, mit denen Menschen regelmässig durch Berührung und Gesellschaft interagieren, könnten das Wohlbefinden anders fördern als ein Aquarium mit Fischen.

Ursache und Wirkung bleiben offen

Die Befragung erfasste die Teilnehmenden nur zu einem einzigen Zeitpunkt. Ein solches Studiendesign kann Zusammenhänge aufzeigen, aber nicht belegen, was die Ursache und was die Wirkung ist.

Für den Gesundheitsunterschied kommen mehrere Erklärungen infrage. Der Besitz eines Haustiers könnte ungünstigere Gewohnheiten fördern, oder Menschen mit schlechterer Gesundheit könnten sich eher ein Tier als Gesellschaft anschaffen.

Das Team bevorzugt die zweite Erklärung, also einen Selektionseffekt. Menschen unter Stress, die häufiger rauchen, könnten ein Tier zur emotionalen Unterstützung suchen.

Die Studie war zudem explorativ angelegt und untersuchte viele mögliche Zusammenhänge gleichzeitig.

Jedes Ergebnis beruhte auf einer einzelnen Frage in der Befragung. Da alle Teilnehmenden in der Schweiz lebten, lassen sich die Resultate ausserdem möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen.

Was wichtiger ist als Haustierbesitz

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der blosse Besitz eines Haustiers nicht mit besserer Gesundheit oder höherem Wohlbefinden verbunden ist. Stattdessen stellten wir fest, dass die Beziehung, die Menschen zu ihren Tieren haben, wesentlich differenzierter ist als eine einfache Ja-oder-Nein-Frage zum Haustierbesitz“, erklärten die Forschenden.

„Zwei Menschen können beide einen Hund besitzen, aber ihre Beziehungen zu diesem Hund können sehr unterschiedlich sein.“

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Verständnis dieser Unterschiede aufschlussreicher sein könnte, als Haustierbesitzer einfach mit Nicht-Haustierbesitzern zu vergleichen.“

Nach Angaben der Autorinnen und Autoren war in manchen Fällen nicht allein der Besitz eines Haustiers entscheidend, sondern ob Menschen ihr Tier als Quelle emotionaler Unterstützung betrachteten und wie viel Zeit sie gemeinsam verbrachten.

Die Forschung wurde vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist diplomierte Office-Managerin und seit über zwölf Jahren im Assistenz- und Sekretariatswesen tätig. Sie spezialisiert sich auf moderne Büroorganisation, professionelle Kommunikation, Terminmanagement und digitale Arbeitsabläufe. Ihr besonderes Interesse gilt der Weiterentwicklung des Sekretariatsberufs und effizienten Lösungen für den Arbeitsalltag.

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