Tentakel, die länger als 30 Meter werden können, sind erneut nahe den Stränden von Cape Cod in Massachusetts aufgetaucht. Die unerwartete Zunahme von Löwenmähnenquallen während der Saison 2026 erregte bei Einheimischen und Gästen Aufmerksamkeit – vor allem, weil die nahezu unsichtbaren Teile dieser Tiere sehr schmerzhafte Nesselverletzungen auslösen können.
Warum sind in Cape Cod so viele Quallen aufgetaucht?
Nach Angaben der Hafenverwaltung von Sandwich gingen die ersten Meldungen im Mai ein und nahmen ab Mitte Juni deutlich zu. Zwar tritt die Art üblicherweise vom späten Frühling bis in den Sommer auf, doch die in diesem Jahr beobachtete Ansammlung fiel stärker aus als gewöhnlich.
Die genaue Ursache ist bislang nicht bestätigt. Da diese Quallen keine weiten Strecken aus eigener Kraft schwimmen können, werden sie von Strömungen und Wind verfrachtet. Veränderungen der Wassertemperatur sowie des Nahrungsangebots können ebenfalls dazu beitragen, dass sie näher an die Küste gelangen.
Wie gross ist die Löwenmähnenqualle?
Die Löwenmähnenqualle, wissenschaftlich als Cyanea capillata bezeichnet, zählt zu den grössten bekannten Quallenarten. Ihr Schirm kann einen Durchmesser von etwa einem Meter erreichen; Dutzende feine Tentakel ziehen sich durchs Wasser und können bei besonders grossen Tieren über 30 Meter lang sein.
Trotz ihres eindrucksvollen Erscheinungsbilds jagt das Tier weder Badegäste noch bewegt es sich wie ein Fisch fort. Es treibt mit dem Meer, wodurch seine Bewegungen schwer vorhersehbar sind und es in stark besuchten Küstenbereichen leichter zu unbeabsichtigtem Kontakt kommen kann.
- Die Tentakel sind oft kaum zu erkennen, selbst wenn der Schirm weit entfernt ist.
- Nesselverletzungen verursachen meist Schmerzen, Brennen und Hautreizungen.
- Auch angespülte Quallen sollten nur aus sicherer Entfernung betrachtet werden.
- Selbst nach dem Tod des Tieres können die Tentakel weiterhin Gift abgeben.
Stellen Nesselverletzungen ein ernstes Risiko dar?
Tödliche Begegnungen mit Menschen gelten als selten, eine Nesselverletzung kann jedoch erhebliche Beschwerden verursachen. Das grösste Risiko geht von den langen, fast durchsichtigen Tentakeln aus: Sie bedecken einen viel grösseren Bereich als der sichtbare Körper und können Schwimmer berühren, bevor diese das Tier bemerken.
Das New England Aquarium riet der Öffentlichkeit, die Art sowohl im Meer als auch am Strand aus sicherem Abstand zu bewundern. Dies gilt auch für scheinbar tote Exemplare, da die Nesselzellen in ihren Tentakeln aktiv bleiben können.
Sehen Sie sich das vom YouTube-Kanal Deep Marine Scenes veröffentlichte Video an, das das Verhalten der Löwenmähnenqualle zeigt.
Was ist beim Anblick einer Riesenqualle zu tun?
Am sichersten ist es, das Wasser ruhig zu verlassen und die Rettungsschwimmer oder die zuständigen Personen am Strand zu informieren. Das Tier sollte weder berührt noch weggeschoben oder zurück ins Meer befördert werden, denn schon ein einzelnes Exemplar kann seine Tentakel über eine überraschend grosse Distanz ausbreiten.
Nach einer Nesselverletzung sollte die betroffene Person die Haut nicht reiben und Tentakel nicht mit ungeschützten Händen entfernen. Besonders bei starken Schmerzen, Unwohlsein oder Atemproblemen ist es am umsichtigsten, die örtliche Rettungsmannschaft oder medizinische Hilfe aufzusuchen.
Wie lässt sich der Strand sicherer geniessen?
Das Auftreten von Löwenmähnenquallen bedeutet nicht, dass alle Strände ungeeignet sind, verlangt aber Aufmerksamkeit für lokale Warnungen und die Wasserbewegung. Vor dem Baden empfiehlt es sich, Flaggen, Hinweise und aktuelle Meldungen über Tiere in der Region zu beachten.
Die Grösse dieser Art weckt Neugier, doch Abstand bleibt der beste Schutz. Wer eine Qualle im Wasser oder am Strand entdeckt, sollte zurückweichen und andere Personen warnen. Eine rasche, ruhige Entscheidung kann eine schmerzhafte Nesselverletzung verhindern, ohne dass die Begegnung Anlass zur Panik wird.






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