Viele kaufen im Baumarkt aus dem Bauch heraus attraktive Pflanzen, füllen damit den Kofferraum und erleben dann nach wenigen Wochen, wie alles vertrocknet oder kümmerlich wird. Dahinter steckt meist kein „schwarzer Daumen“, sondern anspruchsvolle Arten, ein ungeeigneter Standort oder einfach zu wenig Zeit. Mit einer kleinen Auswahl besonders anspruchsloser Dauerpflanzen entsteht dagegen ein Beet, das sich beinahe selbst erhält.
Warum einfache Dauerpflanzen für Anfänger ideal sind
Beim Einstieg ins Gärtnern nehmen sich viele rasch zu viel vor: zu viele unterschiedliche Sorten und dazu hohe Erwartungen an Erde, Bewässerung und Pflege. Das kann schnell entmutigen. Viel leichter wird es mit einigen robusten Dauerbrennern, denen es nicht gleich schadet, wenn einmal das Gießen vergessen wird oder der Boden nicht optimal beschaffen ist.
Mit sechs günstigen, widerstandsfähigen Pflanzen lässt sich ein Beet anlegen, das fast das ganze Jahr Farbe zeigt – ohne ständiges Nachkaufen.
Entscheidend ist eine Art „Blüten-Staffel“: Zieht sich eine Pflanze gerade zurück, sorgt bereits die nächste für Farbe. Das Beet wirkt dadurch durchgehend lebendig, obwohl darin nur wenige Arten wachsen.
- Kleines Budget: einmal pflanzen und jahrelang Freude daran haben
- Blüten vom Winter bis in den Spätherbst durch eine kluge Kombination
- Hohe Fehlertoleranz, passend für Einsteiger und Berufstätige
Die 6 günstigen Pflanzen, die fast von allein wachsen
Für ein unkompliziertes Beet für Einsteiger empfehlen Gartenprofis immer wieder dieselbe überschaubare Auswahl: Storchschnabel (Garten-Geranien, botanisch „Geranium“), Krokusse, Christrosen (Helleborus), Purpurglöckchen (Heuchera), Kriechendes Günsel und Efeu. Alle sechs Pflanzen sind im Gartencenter, teils auch im Supermarkt, recht günstig erhältlich und werden im Frühjahr oder Herbst oft besonders preiswert angeboten.
| Pflanze | Blütezeit | Typische Stärke |
|---|---|---|
| Christrose (Helleborus) | Dezember bis März | Blüht im Winter, sehr frosthart |
| Krokus | Februar bis März | aus Zwiebeln, kommt jedes Jahr wieder |
| Storchschnabel (Geranium) | Mai bis Oktober | lange Blüte, dichter Bodendecker |
| Purpurglöckchen (Heuchera) | Mai bis Juli (je nach Sorte) | dekoratives Laub in vielen Farben |
| Kriechendes Günsel | April bis Juni | breitet sich flach aus, unterdrückt Unkraut |
| Efeu | keine auffällige Blüte | immergrün, extrem robust |
1. Christrose: Winterstar für bequeme Gärtner
Während der restliche Garten kahl und grau aussieht, beginnen Christrosen zu blühen. Teilweise zeigen sie ihre Blüten bereits vor Weihnachten und trotzen Schneefall ebenso wie Nachtfrost problemlos. Ein halbschattiger Standort unter einem Strauch genügt; die Erde kann gewöhnlich bis leicht kalkhaltig sein.
Haben sie einmal Wurzeln geschlagen, möchten sie vor allem in Ruhe gelassen werden: Häufiges Umgraben oder aufwendige Düngeprogramme sind nicht nötig. Im Frühjahr sollten lediglich alte, fleckige Blätter entfernt werden, damit die frischen Triebe genügend Luft erhalten.
2. Krokusse: Farbakzent zum Ende des Winters
Krokusse zählen zu den preiswertesten Frühlingsblühern überhaupt. Netze mit 25 oder 50 Zwiebeln sind schon für wenige Euro erhältlich. Setzen Sie die kleinen Zwiebeln im Herbst ungefähr zehn Zentimeter tief und vorzugsweise in Gruppen in den Boden.
Ab dem zweiten Jahr erscheinen die Blüten häufig auch an anderen Stellen, da sich die Zwiebeln unter der Erde langsam vermehren. Werden Krokusse in den Rasen gesetzt und erst nach der Blüte abgemäht, entsteht Jahr für Jahr ein natürlicher „Blütenteppich“ – ohne erneutes Pflanzen.
3. Storchschnabel: Dauerblüher von Frühling bis Herbst
Storchschnabel, also die winterharten Geranium-Arten, gehört im Hobbygarten zu den zuverlässigsten Stauden. Abhängig von der Sorte trägt er von Mai bis weit in den Oktober Blüten. Zugleich schließt er den Boden so dicht, dass Unkraut kaum durchkommt.
Zahlreiche Sorten gedeihen sowohl sonnig als auch halbschattig und brauchen lediglich einen einigermaßen durchlässigen Boden, der nicht völlig austrocknet. Wird er nach der ersten Blütenwelle zurückgeschnitten, kann das sogar eine zweite Blüte anregen.
4. Purpurglöckchen: Farbe durch dekoratives Laub
Purpurglöckchen werden vor allem wegen ihrer auffälligen Blätter geschätzt. Ihre Farbpalette reicht von Limettengrün über Rostrot bis hin zu beinahe Schwarz. Damit geben sie dem Beet auch dann Struktur, wenn gerade keine Blüten zu sehen sind. Besonders gut gedeihen sie im Halb- bis Vollschatten.
Durch die Kombination verschiedener Sorten lässt sich ein ganzes Beet allein mit Blattformen und Laubfarben gestalten. Etwas Kompost im Frühjahr reicht aus, damit die Pflanzen kräftig bleiben.
5. Kriechendes Günsel: natürliche Sperre gegen Unkraut
Kriechendes Günsel wächst sehr niedrig, bildet dabei jedoch geschlossene Teppiche. Im Frühjahr ragen daraus kleine, meist violette Blütenkerzen hervor, die Bienen und Hummeln anlocken. Dank seines dichten, bodendeckenden Wuchses hält er viele unerwünschte Wildkräuter zurück.
Die Pflege ist kaum aufwendig: Bei Bedarf wird er etwas eingebremst, wenn er sich zu stark ausbreitet. Im Hochsommer braucht er nur gelegentlich Wasser, falls die Erde extrem trocken wird.
6. Efeu: Grün, wenn alles andere kahl bleibt
Efeu ist nahezu unverwüstlich. Er begrünt Mauern, Zäune, schattige Gartenbereiche und kahle Bodenflächen, an denen andere Pflanzen längst nicht mehr wachsen. Für Anfänger ist vor allem klassischer Grünlaub-Efeu geeignet; buntlaubige Varianten sind etwas empfindlicher.
Wichtig ist, Efeu von Beginn an in die richtige Richtung zu leiten: Er sollte nicht an frisch gedämmten Fassaden emporwachsen, sondern besser einen Zaun begrünen oder als Bodendecker dienen. Regelmäßiges Zurückschneiden begrenzt seinen Wuchs zuverlässig.
So können Einsteiger beim Pflanzenkauf richtig sparen
Anstatt zahlreiche Einzelpflanzen in großen Containern zu kaufen, sollten Sie drei Bereiche beachten: kleine Töpfe, Angebotssets und Zwiebelnetze. Besonders Storchschnabel, Purpurglöckchen und Günsel werden oft in kleinen 9er-Töpfen deutlich günstiger verkauft.
- Zwiebeln und Knollen wählen: Sie sind pro Blüte am preiswertesten.
- Herbst und sehr zeitiges Frühjahr für günstige Angebote nutzen.
- Regionale Pflanzenmärkte und Tauschbörsen besuchen.
Zusätzliche Geduld bringt ebenfalls Ersparnis: Kleine Jungpflanzen benötigen zwar ein Jahr länger, bis sie richtig wachsen, bilden danach aber ein stabiles Wurzelsystem und gewöhnen sich besser an ihren Standort.
Diese Pflanzen können Sie kostenlos vermehren
Der grösste Spareffekt zeigt sich nach zwei, drei Jahren. Dann sind viele der genannten Arten so gut angewachsen, dass sie geteilt und an anderer Stelle neu eingepflanzt werden können.
Mit wenigen Ausgangspflanzen lässt sich durch Teilen und Ableger in fünf Jahren ein kompletter Garten füllen – ohne einen Euro extra.
Typische Kandidaten sind:
- Storchschnabel und Purpurglöckchen: Im Frühjahr oder Herbst mit dem Spaten in mehrere Teile teilen und neu einpflanzen.
- Kriechendes Günsel: Einzelne bewurzelte Ausläufer abtrennen und am gewünschten Platz einsetzen.
- Efeu: Triebe mit Luftwurzeln abschneiden, in Erde stecken und gleichmäßig feucht halten.
Auf diese Weise wird aus einem kleinen Startbeet nach und nach ein ganzes Gartenzimmer. Wer Nachbarn hat, kann darüber hinaus Sorten tauschen und die Auswahl erweitern, ohne etwas kaufen zu müssen.
Wie Sie Ihre Billig-Pflanzen wirksam vor Tieren schützen
Vor allem frisch eingesetzte Pflanzen werden oft von Katzen, Vögeln oder Schnecken beeinträchtigt. Sie graben in der Erde, reißen Jungpflanzen heraus oder fressen Knospen an. Eine einfache und günstige Abwehrmethode, die unter Hobbygärtnern in Grossbritannien bekannt geworden ist, setzt auf scharfe Gewürze.
Fein auf die Erdoberfläche gestreutes Cayennepfeffer-Pulver stört die empfindlichen Nasen von Katzen und vielen anderen Tieren, ohne den Pflanzen zu schaden. Der Schärfestoff reizt die Schleimhäute, verursacht bei normaler Dosierung jedoch keine bleibenden Schäden. Nach starkem Regen muss die Schicht erneut aufgetragen werden.
Auch schlichte mechanische Hindernisse helfen: locker ausgelegte, zerkleinerte Äste als Schutzgitter, Holzstäbchen, alte Gabeln oder Pflanzstecker unmittelbar neben den Jungpflanzen. Wenn das Graben unbequem wird, verlieren Tiere dort meist rasch das Interesse.
Standort, Boden und Gießen: drei Grundlagen für bequeme Gärtner
Damit die sechs Spar-Pflanzen dauerhaft gut gedeihen, genügen drei einfache Regeln:
- Standort: Christrose, Purpurglöckchen, Günsel und Efeu bevorzugen Halbschatten. Storchschnabel kommt auch mit Sonne zurecht, Krokusse wachsen gut in lichtem Rasen.
- Boden: Gewöhnliche Gartenerde ist völlig ausreichend. Staunässe vermeiden und verdichtete Erde mit Sand oder feinem Splitt auflockern.
- Gießen: In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen regelmäßig wässern, später nur bei länger anhaltender Trockenheit gießen.
Wer diese drei Punkte grob einhält, muss keine ausführlichen Pflegetabellen studieren. Gerade für Berufstätige oder Menschen, die viel unterwegs sind, ist eine solche „Fehlerverzeih-Pflanzung“ eine echte Entlastung.
So gestalten Sie mit den sechs Arten ein stimmiges Beet
Ein sinnvoller Aufbau für Einsteiger sieht so aus: Christrosen und Storchschnabel bilden im hinteren Bereich die Grundlage, Purpurglöckchen stehen in der mittleren Reihe und Kriechendes Günsel kommt ganz nach vorne. Dazwischen werden Krokuszwiebeln verteilt. Efeu passt als Randbepflanzung oder zur Begrünung einer Mauer im Hintergrund.
Für ein harmonisches Gesamtbild sollten Sie sich auf wenige Farben beschränken, etwa Weiß, Rosa und Violett. Das wirkt ruhiger als zahlreiche einzelne bunte Farbtöne. Mit der Zeit kann das Beet erweitert werden, doch das Prinzip bleibt gleich: wenige robuste Arten, die Sie nicht in den Wahnsinn treiben.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen